Mit der Rückkehr des Wolfs entstehen neue Anforderungen
Deiche, Heide, Almen: Weidetiere formen diese Landschaften
Beweidung hält Landschaften offen und verhindert, dass sie verbuschen. So bleiben artenreiche Wiesen, Heideflächen, Bergweiden und Deichlandschaften erhalten. Viele dieser Flächen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.
Extensiv genutztes Grünland erfüllt wichtige ökologische Funktionen: Der Boden wird stabilisiert, Erosion reduziert und organischer Kohlenstoff im Boden gespeichert.
Weidetierhaltung schafft artenreiche Lebensräume
Der Erhalt wirtschaftlich tragfähiger Weidebetriebe ist daher eng mit dem Erhalt dieser Landschaften verbunden. Weidehaltung ist daher mehr als landwirtschaftliche Produktion. Sie trägt zur Stabilität ökologischer Systeme bei.

Ohne praktikablen Herdenschutz ist die Weidehaltung gefährdet
Wenn Herdenschutz zu aufwändig ist oder sich nur schwer in den Betriebsalltag integrieren lässt, geraten Weidebetriebe unter Druck. Schutzmaßnahmen sind Voraussetzung für Weidetierhaltung in Wolfsregionen – entscheidend ist, dass sie im Alltag funktionieren.
Wird Beweidung reduziert oder aufgegeben, verändern sich Vegetation und Artenvielfalt. Flächen verbuschen oder werden anders genutzt. Ein funktionierender Herdenschutz ist daher entscheidend, damit diese Form der Bewirtschaftung fortgeführt werden kann und wertvolle offene Landschaften mit hoher Artenvielfalt erhalten bleiben.
Herdenschutznetze schränken Wildtiere ein und sind wartungsintensiv
Konventionelle Schutzmaßnahmen können material- und arbeitsintensiv sein. Engmaschige Kunststoffnetze müssen regelmäßig repariert und ersetzt werden. Dabei entstehen Materialaufwand und Abfall.
Solche Netze schränken zudem die Bewegungsfreiheit von Wildtieren ein. Immer wieder verfangen sich darin Wildtiere wie Rehe, Füchse oder Feldhasen.
Unser System setzt nicht auf dauerhafte Barrieren, sondern auf gezielte Intervention.
Es reagiert nur bei tatsächlicher Annäherung und stellt Schutz situativ bereit. Dadurch muss Schutzwirkung nicht allein über maximale Zaunhöhen oder engmaschige Netze erzeugt werden.
Der Grundschutz kann schlanker ausgelegt werden, während im Bedrohungsfall gezielt eingegriffen wird, ohne Flächen dauerhaft abzuschirmen.


Foto: ambquinn / Pixabay
Die ökologische Rolle des Wolfs
Als Prädator beeinflusst der Wolf Bestände und Verhalten von Schalenwild wie Rehen oder Hirschen. Wölfe sorgen für Bewegungsdruck, Beutetiere halten sich weniger lange an einzelnen Standorten auf. Das kann punktuellen Verbiss reduzieren und die Regeneration von Vegetation begünstigen.
Zudem werden häufig geschwächte oder kranke Tiere erbeutet. Der Wolf übernimmt damit eine wichtige regulierende Funktion in Ökosystemen.
Wölfe sind zurück in Deutschland
Wölfe sind heute wieder in weiten Teilen Europas verbreitet. Laut zuletzt veröffentlichten kontinentalen Verbreitungsdaten treten Wölfe derzeit in rund 34 Ländern auf und bilden stabile Populationen in großen Teilen Mitteleuropas.
Deutschland gehört seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den Regionen mit wieder etablierten Wolfspopulationen. Die Anzahl der Territorien hat sich stetig weiter erhöht, im Jahr 2024/2025 wurden zuletzt bundesweit 262 Rudel oder Paare nachgewiesen.
23.000+
Wölfe in Europa
1.636+
Wölfe in Deutschland
262+
Rudel oder Paare in Deutschland
163+
Totfunde pro Jahr
in Deutschland

Karte: Bundesamt für Naturschutz 2024 /Wolfsvorkommen in Deutschland im Monitoringjahr 2023/2024
Wolfsverbreitung in Europa anzeigen (2022)

Quelle: LCIE 2022/23
Die meisten Wölfe sterben im Straßenverkehr
163 tote Wölfe wurden im Monitoringjahr 2024/25 in Deutschland dokumentiert:
- 124 Tiere (76 %) starben im Straßenverkehr.
- Rund 10 % der Totfunde wurden als illegal getötet eingestuft.
Koexistenz gelingt nur mit verlässlichem Herdenschutz
Wo Weidehaltung und Wolfsvorkommen aufeinandertreffen, entstehen reale Konflikte. Diese verschärfen sich, wenn der Schutz nicht zuverlässig funktioniert.
Verlässlicher Herdenschutz reduziert Übergriffe und schafft planbare Rahmenbedingungen für Betriebe. Funktioniert der Schutz, rückt die praktische Umsetzung in den Vordergrund.
Unser Ansatz setzt genau dort an. Er zielt darauf ab, Konflikte konkret zu reduzieren und Auseinandersetzungen zu versachlichen.
